Vom 28. bis 30. August 2026 ist der Schlossgarten von Schwetzingen bei Heidelberg wieder Treffpunkt der 160 schönsten Oldtimer der letzten 125 Jahre - Classic-Gala Schwetzingen ist der traditionsreichste internationale deutsche Concours d’Elegance in einem Schlossgarten, wie immer gemäß FIVA-Reglement.
Was 2001 mit dem ersten „European Concours d’Elegance“ begann, hat sich zu einem weltweit beachteten internationalen Concours d’Elegance Automobile entwickelt.
Passione Dino - erstmals alle zusammen
Classic-Gala Schwetzingen zeigt gemeinsam mit der Dino-IG die wichtigsten Varianten der Autos mit dem Namen Dino. Die drei Modelle hingen technisch und historisch eng zusammen, erfüllten aber unterschiedliche Rollen. Der gemeinsame Nenner war der von einer Konstruktion des Ferrari-Sohnes Alfredo Ferrari ("Dino") inspirierte V6-Motor. Der 1967 erschienene 206 GT war der erste Serien-Sportwagen der Dino-Reihe. Er hatte einen 2,0-Liter-V6 mit Aluminiumblock, etwa 180 PS, eine Aluminiumkarosserie und relativ geringe Stückzahlen.
Er trug bewusst nicht den Ferrari-Schriftzug, sondern nur das Dino-Logo, weil Enzo Ferrari mit dem V-6 angeblich eine neue Kundengruppe ansprechen wollte. 1969 folgte der Dino 246 GT, also 2,4-Liter-6-Zylinder aus Gusseisen statt Aluminium und 195 PS. Das Coupé hatte eine Stahlkarosserie (mit wenigen Aluminiumteilen), war deutlich alltagstauglicher und wurde in wesentlich höheren Stückzahlen gebaut.
Die ab 1966 gebauten FIAT Dino waren hingegen Frontmotor-Sportwagen, die als Bertone-Coupé und Pininfarina-Spider verkauft wurden. Der Grund für ihre Existenz war der Motorsport:
Damals verlangte das Reglement der FIA Group 4, dass Ferrari für den Einsatz des neuen V6-Motors in Rennwagen eine bestimmte Anzahl von Serienmotoren produzierte. Ferrari war dafür zu klein. Daher vereinbarte Ferrari mit FIAT, dass auch FIAT den V6 in einem Straßenauto verwendet, um auf die nötigen Stückzahlen zu kommen. Die Produktion der V-6-Motoren erfolgte bei FIAT. Doch der Motorsport-Weltverband merkte sehr wohl, dass der V-6 bei Ferrari in der Mitte, bei FIAT aber vorn eingebaut war, die Dino 206 galten also trotz der Finte von Ferrari als Prototypen.
Obwohl der Motor eng verwandt war, unterschieden sich die Fahrzeuge grundlegend. Der 2,4-Liter-V6 des FIAT Dino und des Dino 246 GT waren für ihre unterschiedlichen Einsatzzwecke jeweils unterschiedlich abgestimmt. Der Ferrari-Dino war klar auf sportliche Fahrleistungen ausgelegt, während der FIAT Dino mehr Wert auf Laufkultur und Reisetauglichkeit legte.
La passione Dino zeigt am Hirschbrunnen bei Classic-Gala Schwetzingen einen originalen Dino 206 S als Bergrennwagen, alle Varianten des Dino und des FIAT Dino, sowie den Nachfolger Dino 308 GTB und den Lancia Stratos, der ebenfalls den Dino-V-6 in Wagenmitte hat.
Sieger mit 90 - Die Geschichte des BMW 328
Die sportlichen Erfolge des legendären BMW 328 definierten eine ganze Marke - ohne ihn wäre BMW vermutlich nie zum Inbegriff für sportliches Fahren geworden. Kaum war der offene Zweisitzer 1936 erstmals auf der Straße, gewann dieses Versprechen auf Geschwindigkeit mit der langen Motorhaube, niedrige Silhouette, abgesenkte Türen und geschwungenen Kotflügeln mit dem damaligen Motorrad-Weltmeister und BMW-Werksfahrer Ernst Henne das Eifelpokalrennen auf dem Nürburgring – die Motorsportwelt horchte auf.
Seine Stärke lag im intelligenten Zusammenspiel von Gewicht, Aerodynamik, Balance und Motorentechnik. Der Reihensechszylinder mit knapp zwei Litern Hubraum stammte vom 1,9-Liter Typ 319, doch BMW entwickelte für die 1971 ccm-Maschine einen raffinierten Zylinderkopf mit halbkugelförmigen Brennräumen und hängenden Ventilen, damals hochmodern. Serienmäßig 80 PS standen nur 830 Kilogramm Gewicht gegenüber, die Spitze lag bei etwa 150 km/h - 1936 war das genug, um auf Dauer schneller als viele deutlich größere Wagen zu sein. Der BMW 328 ist leicht, hat einen stabilen Rohrrahmen und ein exzellentes Fahrwerk mit Zentralverschluss-Rädern. Er fährt außergewöhnlich präzise, drehmomentstark und gutmütig. Unzählige Privatfahrer erzielten mit den 464 gebauten BMW 328 bis 1941 mehr als 350 Rennsiege – damit ist der BMW 328 bis heute der erfolgreichste Seriensportwagen der Welt.
1940 gewann das Duo Fritz Huschke von Hanstein und Walter Bäumer mit dem BMW 328-MM-Roadster bei der verkürzten Mille Miglia seine Klasse und erzielte einen sensationellen Gesamtschnitt von fast 167 km/h – auf öffentlichen Straßen wohlgemerkt. Der Erfolg machte BMW endgültig international bekannt.
Der BMW 328 zog außergewöhnliche Fahrer an: neben Ernst Henne, einem der ersten Stars des BMW-Rennteams, waren dies Huschke von Hanstein, charismatischer Gentleman-Racer und später Motorsportchef bei Porsche, auch Adlige wie Alex von Falkenhausen, Richard von Frankenberg oder Walter Bäumer, ein talentierter Langstreckenpilot und Rudolf Schleicher – Entwickler und Rennfahrer zugleich. Auch nach dem Krieg wurden die Motoren des BMW 328 ständig verbessert und dienten später teilweise als Basis für neue Rennwagen wie den AFM, den Veritas von Ernst Loof, viele Monoposti und Lizenznehmer wie Frazer-Nash oder Bristol in England. So wurde der BMW 328 nach dem Krieg zum ersten Rennsportwagen, weil BMW seinen Motor auch im 501 „Barockengel“ weiterverwendete.
Die Sonderschau in Schwetzingen präsentiert den Ur-328 ebenso, wie ein einmaliges Coupé, dazu die Rennsport-Variante „Werkmeister-BMW“ und neben weiteren Modellen auch den 327/28 als Cabrio mit Rennmotor.
Sunbeam Venezia – der Brite im italienischen Maßanzug
Der 1963 präsentierte Sunbeam Venezia gehört zu den seltensten und elegantesten Fahrzeugen der britischen Rootes-Gruppe. Er verbindet britische Großserientechnik mit italienischem Karosseriebau und entstand in Zusammenarbeit mit der italienischen Karosseriefirma Carrozzeria Touring, denn Sunbeam hatte den Ruf, besonders extravagante Automobile anzubieten.
Der Venezia hat die Plattform des Sportwagens Sunbeam Alpine mit 218 cm Radstand. Der Name „Venezia“ wurde gewählt, weil das Fahrzeug in Venedig präsentiert wurde – spektakulär auf dem Markusplatz, wohin es sogar per Gondel transportiert wurde. Geplant waren zunächst rund 300 Fahrzeuge, tatsächlich entstanden vermutlich nur etwa 145 bis maximal 200 Exemplare, bevor das Projekt wegen geringer Nachfrage und wirtschaftlicher Probleme von Touring eingestellt wurde Leider war der Venezia deutlich teurer als technisch ähnliche Rootes-Modelle und Wettbewerber, die Motorisierung war für den Preis wenig spektakulär und „die Gondel“ hatte starke Konkurrenz durch sportlichere GT nach Art des ALFA GT Junior. Bei Classic-Gala Schwetzingen sieht man erstmals fünf dieser seltenen Sportwagen.
Classicbid-Auktion für den guten Zweck
Das bekannte Fahrzeug-Auktionshaus Classicbid aus Grolsheim bei Bingen wird erstmals klassische Automobile in Schwetzingen live für einen guten Zweck versteigern. Derzeit ist auch noch eine Einlieferung von Fahrzeugen bei Classicbid möglich – die Anmeldung erfolgt über die Internetseite www.classicbid.de.
Kunstausstellung mit C.A.R.
Die vom künstlerischen Kurator Curt-Achim Reich C.A.R. aus Bad Homburg zusammengestellte Kunstausstellung mit den Werken namhafter Künstler und hoch qualifizierten Neu-Entdeckungen ist wieder das Forum der darstellenden Kunst mit automobilem Bezug. Curt-Achim Reich hat zuletzt meisterliche Scherenschnitte und neue Malerei einbezogen und wird an beiden Wochenend-Tagen zu einer Vernissage mit Musik und Bel Canto einladen (Sa. 16 Uhr / So. 14 Uhr).
Neue Partnerschaften – Villeroy & Boch Welt und Victor's Residenz-Hotels
Mit der Villeroy & Boch Welt und den Victor's Residenz-Hotels begrüßt die ASC-Classic-Gala Schwetzingen zwei neue Partner, die sich in diesem Jahr erstmals gemeinsam präsentieren. Die Kooperation vereint traditionsreiche Marken, die für Qualität, Gastlichkeit und zeitlose Eleganz stehen. Besucher dürfen sich auf inspirierende Einblicke in die Erlebniswelt von Villeroy & Boch sowie das exklusive Hotelangebot von Victor's freuen – ergänzt durch attraktive Gewinnspiele und Informationen für den nächsten Oldtimer-Ausflug oder Kurzurlaub.
Die beiden Hauptsieger des Concours d’Elegance 2026 erhalten als besondere Auszeichnung eine limitierte „La Boule“ von Villeroy & Boch.
Das Schloss Schwetzingen öffnet seine Tore für die Classic-Gala Schwetzingen 2026 vom 28. bis 30. August 2026.
Städteübersicht für weitere Messen in Baden-Württemberg.
Kontakt: 4C Concept Wolfgang Gauf, Johannes Hübner, Tel.: +49 (0) 6031 161 83 79, E-Mail: office@classic-gala.de